Datenlöschung als Beitrag zum Klimawandel?

Mandanteninformation GDPC vom 28.09.2021

Datenlöschung als Beitrag zum Klimawandel?

Wir möchten Sie heute über ein etwas anderes Thema informieren, nämlich darüber, wie die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorschriften einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Die fortschreitende Digitalisierung bring auch immer größere Mengen mehr oder weniger sinnloser Daten hervor und bindet dadurch wertvolle Speicherressourcen (z.B. Server), die vor allem viel Energie benötigen. Laut dem Fachmagazin „Cloud-Computing Insider“ wurden alleine im Jahr 2020 ca. 6.000.000 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, alleine aufgrund des Archivierens von sinnlosen oder nicht mehr benötigten Daten.

Im Schnitt kennen Firmen bei 52 Prozent ihrer Daten weder den Inhalt noch den Wert. Sie wären somit zumindest erstmal löschwürdig. Dass die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben, mithin die Pflicht zur Löschung nicht mehr benötigter/erforderlicher (personenbezogener) Daten, hier ggf. einen kleinen Beitrag zu weniger klimaschädlichen Emissionen leisten kann, ist auch für uns verblüffend.

Ein einzelner Server im Unternehmen, der oft zwischen 20 und 30 Prozent mit unnötigem Datenmüll ausgelastet wird, verursacht in etwa so viel CO2-Emmissionen wir ein sportlicher SUV im Betrieb. Denn: Server und Netze sind grds. sog. Stromfresser. Die Produktion einer Kilowattstunde stößt im Schnitt ca. 544 Gramm CO2 aus. Um ein Gigabyte Informationen zu übertragen/archivieren, werden im Schnitt 13 Kilowattstunden benötigt (über 7 Kilogramm CO2).

Vergleichbares gilt für das Videostreaming oder für die aktuell in der Corona-Pandemie beliebten Videokonferenzen. Pro Stunde Videostreaming (etwa im Rahmen von Videokonferenzen) werden im Schnitt 90 Gramm CO2 pro Stunde emittiert; die gleiche Dauer einer Telefonkonferenz verbraucht in etwa nur 5 Gramm CO2 und damit 14 mal weniger.

Weiteres Beispiel: Jede einzelne Google-Suche verursacht alleine bis zu 5 Gramm CO2, das Aufrufen einer Webseite 0,02gr. pro Sekunde. Wer seinen Fuhrpark auf Elektromobilität umstellen möchte, um seinen CO2-Fußabdruck zu verbessern, während auf den eigenen Servern Unmengen von nicht genutzten und unnötigen Daten lagern, sollte vielleicht darüber nachdenken, nicht mehr benötigte Daten löschen.

Dadurch spart das Unternehmen Kosten, kann gleichzeitig CO2 reduzieren und das mit relativ geringem Aufwand. Viele Unternehmen werden sich zukünftig mit der Frage auseinandersetzen müssen, wie Sie sich in Sachen Klimaschutz und Emissionsreduktion positionieren wollen.

Dass ein kleiner Teil hiervon alleine die Einhaltung datenschutzrechtlicher Pflichten, wie die ordnungsgemäße Datenlöschung und die Erstellung eines Löschkonzepts, ist, stellt einen interessanten Betrachtungswinkel dar.

Wenngleich nicht unberücksichtigt bleiben darf, dass durch die Einhaltung des Datenschutzrechts natürlich auch wieder CO2 ausgestoßen wird. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine angenehme Woche!

Ihre Datenschutzexperten der GDPC

Dr. Kevin Marschall und Stephan Blazy

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